Zur Architektur der Zionskirche

Zionskirche. Historische Zeichnung.Die Zionskirche ist im Rundbogenstil der späten Schinkel-Nachfolge gehalten. Ihr Grundriss ist kreuzförmig. Dem verhältnismäßig kurzen zweijochigen Langhaus ist der zur Innenstadt ausgerichtete Turm vorgelagert. Langhaus und Querschiff sind von Kreuzgewölben überdeckt, während die Vierung mit einem sternförmigen Gewölbe versehen ist. Die halbrunde Altarapside, die sich in nordwestlicher Ausrichtung dem Langhaus anschließt, ist zu beiden Seiten flankiert von eigenständigen nebenapsidenartigen Anbauten, die als Sakristei bzw. als Taufkapelle fungieren. Langhaus, Kreuzarme und Hauptapside werden von einem etwas geneigten, schiefergedeckten Satteldach vereinheitlichend zusammengefasst.

Die Außenfronten des Backsteinbaus sind durch farbige Streifen belebt. Die Struktur des Außenbaus wird durch starke Eckpfeiler an Turmunterbau, Langhaus und Kreuzarmen bestimmt. Vor den Eckpfeilern sowie vor der Altarapside und den Langhauswänden sind markante Strebepfeiler angebracht.

Rundbogenfenster gehören zu den dominierenden Elementen der Zionskirche. Oberhalb eines Backsteinsockels setzt eine Reihe kleiner Rundbogenfenster an, die den Unterbau des Turmes, die Langhausjoche sowie die Kreuzgiebelwände umfasst. Bis sie im Jahre 1948 zugemauert wurden, gelangte durch diese Fenster Licht in das Innere des Unteremporengeschosses. Das Hauptgeschoss setzt oberhalb eines den gesamten Bau umfassenden Gesimses an. Die Traufhöhe der Nebenapsiden entspricht dem Niveau dieses Gesimses. Das Hauptgeschoss wird bestimmt durch eine Reihe hoher, maßwerkgeteilter Rundbogenfenster. Oberhalb dieser Fenster umläuft eine Zwerggalerie den Bau rundherum.

Innenansicht. Aus: Zeitschrift fuer Bauwesen, 1879.

Der 67 m hohe Turm hat bis zum Hauptgesims, welches das Hauptgeschoss abschließt, eine quadratische Form. Oberhalb des Gesimses ist der Turm oktogonal mit hohen, schmalen Rundbogenfenstern an jeder Seite. Den Abschluss bildet ein nadelförmiger Spitzhelm.

Der Außenbau vereint romanisierende Stilmerkmale wie Rundbögenfriese und Zwerggalerien mit gotischen Elementen wie Maßwerkfenstern und Strebepfeilern.

Das Hauptportal befindet sich am Turm und zeigt in seinem Tympanon eine reliefartige Darstellung der Bergpredigt. Das Turmportal führt zunächst in eine achteckige Portalvorhalle, von der aus Turm und Emporen erreicht werden. Das Bild des Innenraums wird bestimmt durch die Gewölbe und das Emporengeschoss, welches das gesamte Innere der Kirche umläuft. Die Gewölbe werden im wesentlichen von den Pfeilern getragen, die unweit der Umfassungswände in den Kirchenraum eingestellt sind. Zwischen diesen Pfeilern sind die Emporen eingespannt. Insgesamt nähert sich der Bau einer Zentralanlage.

Aus der Erbauungszeit sind noch Terrakottakanzel und Marmortaufe vorhanden.

 

Die Lage der Kirche auf einer Google-Map / Satellitenansicht

Fotogalerie auf den Seiten des Kulturbüro SOPHIEN

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