St. Johannes Evangelist-Kirche . Der Kirchbau

Die Kirche wurde nach einem Entwurf von Max Spitta errichtet, der u. a. auch als Architekt für die Golgathakirche zeichnete, und am 19. September 1900 eingeweiht. Der Bau ist ganz durch die gegebenen, für einen Kirchenbau sehr bescheidenen Grundstücksverhältnisse gekennzeichnet. Es handelt sich um ein typisches Hausgrundstück, ehemals bestimmt für ein einfaches Wohnhaus, in der Tiefe ausreichend für ein Gartenhaus und Seitenflügel. Diese Grundfläche wurde praktisch vollständig überbaut, die Längswände verlaufen an den Brandmauern der Nachbargrundstücke. Licht empfängt der Kirchenraum nur durch sein Glasdach, welches innen in drei Glaskuppeln in Erscheinung tritt.

In die Hausfluchten eingebundene Kirchenbauten wurden um 1900 nicht mehr ungewöhnlich, selten aber waren die Raumverhältnisse so knapp wie hier. Die an sich sehr moderne Oberlicht-Lösung wurde mit einem romanisierenden "Stilkleid" versehen: Der Raum ist in drei gewölbte Joche geteilt, deren Pfeilerbündel wie vor "eingezogenen Strebepfeilern" stehen, so dass seitlich Stichkappen entstehen. Zwischen den Strebepfeilern verläuft an den Seiten die Empore. Entsprechend den seitlichen Kappen ist die Altarnische als Apsis ausgebildet. Bögen, Rippen und Strebepfeiler sind backsteinsichtig gehalten, Säulen und Kapitelle in Sandstein, die Glaskuppeln zierte früher farbiges Ornamentglas, zusammen mit den (verlorenen) Apsismosaiken dürfte der Raum einen etwas mystisch-sakralen Eindruck gemacht haben (zumal die Oberlichte den Lichteinfall von Kuppelbauten schufen).

Die Straßenfassade wird von einer mit Wimperg geschmückten Vorhalle geprägt, ihm entspricht ein über die Traufhöhe reichendes Giebelfeld. Ein hoher, verschieferter Dachreiter wurde nach Kriegsschäden nicht wieder aufgebaut. 

Die Lage der Kirche auf einer Google-Map / Satellitenansicht

Fotogalerie auf den Seiten des Kulturbüro SOPHIEN

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