Industrialisierung in der Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt im 19. Jahrhundert

Die Gegend, in welcher in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Golgatha-Gemeinde entstand, lag im Bereich der Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt - außerhalb Berlins. Die nördliche Stadtgrenze verlief im 18. Jahrhundert in Höhe der heutigen Linienstraße. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt vollständig besiedelt und wurden 1861 Berlin eingemeindet. Die Stadtmauer wurde 1867 eingerissen.

Im 19. Jahrhundert erlebte Berlin eine Bevölkerungsexplosion. Entscheidender Grund dafür war der mit der Industrialisierung verbundene wirtschaftliche Aufschwung.

In der Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt siedelte sich vor allem Schwerindustrie an. So kaufte der Industrielle Borsig hier in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Grundstücke, um darauf Fabriken für Maschinenbau zu errichten.
Ein Wald von Schornsteinen erhebt sich hier, und abends sieht man rauchgeschwärzte Gestalten in blauen Blusen zu Tausenden von der heißen Arbeit heimkehren. Hier ist das Hauptzentrum der Berliner Eisenindustrie, welche die Hauptstadt zu einem zweiten Birmingham in Preußen gemacht hat' (Aus: Ernst Friedel, Die deutsche Kaiserstadt Berlin, 1882).

Später wurden die Industrieanlagen in Gegenden weiter außerhalb des Zentrums verlagert (z.B. die Borsigwerke in Tegel) und an ihrer Statt entstanden vielerorts Wohnhäuser.

Für die zahlreichen in die Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt zuziehenden Arbeiter und ihre Familien wurden immer größere Mietskasernenkomplexe gebaut. Im Norden Berlins herrschten Armut und Wohnungsnot und das entstehende Proletariat wuchs stetig.

Die Lage der Kirche auf einer Google-Map / Satellitenansicht

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